Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland

Aufbruch an der Förde –
Kiel sagt Ja zu Olympia

Mit einem klaren Votum hat Kiel ein Signal gesetzt, das weit über die Förde hinausstrahlt. 63,9 Prozent der abstimmenden Bürgerinnen und Bürger sprachen sich in einem Bürgerentscheid am 19. April 2026 dafür aus, die Landeshauptstadt als Segelstandort in eine deutsche Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele einzubringen. Damit positioniert sich eine der traditionsreichsten Segelmetropolen Europas erneut als möglicher Schauplatz olympischer Wettbewerbe – und als integraler Bestandteil einer nationalen Vision.

Die Abstimmung ist mehr als ein kommunales Stimmungsbild. Sie ist Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses im deutschen Sport: Olympia soll nicht mehr allein ein Projekt der Politik sein, sondern ein gemeinsames Vorhaben von Gesellschaft, Sport und Regionen. Genau hierin liegt die eigentliche Bedeutung des Kieler „Ja“.

Kiel und die olympische DNA des Segelns

Kiel ist kein Neuling im olympischen Kontext. Bereits 1936 und 1972 wurden hier die Segelwettbewerbe ausgetragen. Die Kombination aus leistungsfähiger Infrastruktur, bewährten Revieren und maritimer Kompetenz macht die Stadt zu einem Kandidaten für zukünftige Spiele.

Im aktuellen Bewerbungsszenario ist Kiel als Partnerstandort vorgesehen – die Rolle wäre klar definiert:

  • Austragung der Segelwettbewerbe
  • mögliche Ergänzung um Disziplinen wie Freiwasserschwimmen oder Küstenrudern
  • Integration in ein dezentrales, nachhaltiges Gesamtkonzept

Deutschland im Bewerbungsprozess

Deutschland bereitet derzeit eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vor. Vier Konzepte stehen zur Auswahl:

  • Berlin
  • Hamburg (mit Kiel)
  • München
  • Rhein-Ruhr

Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet im September 2026 über den offiziellen Kandidaten.

Auffällig ist die breite Bürgerbeteiligung: Neben Kiel gab es auch in München und mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen klare Zustimmungen. Hamburg wird Ende Mai 2026 abstimmen. Damit wird gesellschaftliche Akzeptanz zur zentralen Voraussetzung der Bewerbung.

Wir haben nachgefragt bei Thore Hansen, Geschäftsführer der Feuer und Flamme für Kiel GmbH

Thore Hansen

© Hansen

SEGEL JOURNAL: Welche langfristigen wirtschaftlichen Chancen und Risiken siehst Du für Kiel durch eine Olympiabewerbung?

Thore Hansen: Die Kielerinnen und Kieler sind jedes Jahr Gastgeber für die Kieler Woche, zu der über 50 Nationen aus aller Welt anreisen. Wenn die Welt zu Gast in Kiel ist, lebt das Gefühl von 1972 wieder auf. Am 19.4. haben 63,9% der teilnehmenden Wählerinnen und Wähler für JO! oder ja gestimmt, dass Kiel sich erneut für Olympische Spiele bewirbt. Die Bewerbungsphase hat gezeigt, dass die Kielerinnen und Kieler und das ganze Land zusammenrücken. Ehrenamt, Politik, Wirtschaft und die Bevölkerung haben bewiesen, dass es sich lohnt, sich gemeinsam für ein großes Ziel einzusetzen. Die Kieler Wirtschaft hat die JO! Kampagne auf die Beine gestellt und finanziert. Insgesamt haben sich 97 Sponsoren und Partner engagiert. Das ist ein starkes Signal für Kiel und ganz Schleswig-Holstein. Die Kieler Woche hat jedes Jahr eine Wertschöpfung von 60 Mio. Euro, das hat eine Studie der IHK Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Landessportverband 2017 ergeben. Im Olympiazentrum Kiel-Schilksee befindet sich schon heute der Leistungsstützpunkt des Deutschen Segler Verbandes und Olympische Segelwettbewerbe würden die Entwicklung Kiels positiv beeinflussen.

SEGEL JOURNAL: Wie wird gewährleistet, dass geplante Infrastrukturmaßnahmen nachhaltig sind und auch nach den Spielen sinnvoll genutzt werden?

Thore: Das Olympiazentrum Kiel-Schilksee ist ein sehr gutes Beispiel für die nachhaltige Nachnutzung der Sportstätten. Für die Spiele 2036, 40 oder 44 ist ein Olympisches Dorf geplant. Nach den Spielen plant Kiel die Unterkünfte als Wohnungen und Wohnungen mit sozialer Bindung in die Nachnutzung zu geben. Die Investitionen in den Standort Kiel-Schilksee für die Hafeninfrastruktur sind für die Zukunft so oder so geplant. Olympische Spiele würden hier eine noch größere Dynamik erzeugen.

SEGEL JOURNAL: Welche größten Widerstände begegnen Euch aktuell, und wie geht die Kampagne damit um?

Thore: Viele Menschen in Kiel wünschen sich aktuell mehr Investitionen in Bildung und Wohnungen. Die Bundesrepublik Deutschland hat die Bewerbung für die Olympischen Spiele als strategisches Ziel festgelegt. Olympische Segelwettbewerbe in Kiel werden zu zusätzlichen Zuschüssen vom Bund und Land führen und damit die Entwicklung der Infrastruktur deutlich schneller voranbringen. Die Spiele in Paris haben gezeigt, dass der Breiten- und Spitzensport durch eine Bewerbung und Austragung politische Aufmerksamkeit bekommt und in der Priorität steigt. Das sind die besten Argumente, um sich für eine Bewerbung Kiels stark zu machen. Somit sagen wir JO! für die Spiele in Kiel.

Dazu auch eine Meinung von Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbands:

Ja zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland

DSV-Präsidentin Mona Küppers

© Felix Diemer

Liebe Seglerinnen und Segler,

Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland – ich bin dafür. Und ich wünsche mir eine Welle der Begeisterung, die durch unser ganzes Land geht. Eine Welle, die Menschen erfasst, mitreißt und verbindet – über Generationen, Regionen und Sportarten hinweg.

Die Begeisterung für Olympische und Paralympische Spiele im eigenen Land, ganz gleich an welchem Austragungsort, ist für mich keine abstrakte Idee. Sie ist eine große, verbindende Vision. Eine Vision, die Menschen zusammenbringt, die inspiriert und bewegt – im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne.

Jetzt ist der Moment, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Nutzen wir die Chance. Entscheiden wir uns dafür.

Dabei sollt ihr, die Bürgerinnen und Bürger, mitentscheiden dürfen: Nach München, NRW und Kiel könnt ihr auch in Hamburg euer klares „Ja“ zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland abgeben.

Mit Instrumenten wie dem Olympi-O-Mat des Deutschen Olympischen Sportbunds habt ihr die Möglichkeit, euch umfassend zu informieren. Doch am Ende zählt mehr als Information: Es braucht Überzeugung. Es braucht den Mut, sich klar zu positionieren – für diese große Chance. Nicht nur für einzelne Regionen, sondern für unser ganzes Land.

Olympische und Paralympische Spiele sind weit mehr als ein Sportereignis. Sie sind ein kraftvolles Signal – für Weltoffenheit, Innovationsgeist und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie zeigen, was möglich ist, wenn wir gemeinsame Ziele verfolgen, die Welt zu uns einladen und uns als offene, tolerante Gastgeberinnen und Gastgeber präsentieren.

Mit der Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele im eigenen Land eröffnet sich die einmalige Gelegenheit, die enorme Vielfalt unserer Sportlandschaft sichtbar zu machen.

Ein klares Votum pro Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland heißt „Ja“ zum Sport. Zum Breitensport, zu unseren Vereinen, zu den vielfältigen Angeboten, Alltag und Freizeit sportlich in der Gemeinschaft zu gestalten.

Sport muss in unserer Gesellschaft wieder den Stellenwert bekommen, den er verdient.

Bewegung, Leistung und der Wille zum Erfolg dürfen nicht an den Rand gedrängt werden. Sie sind zentrale Werte – gerade für junge Menschen.

Olympische und Paralympische Spiele können eine enorme Strahlkraft entfalten – auch für den Breitensport. Sie inspirieren Menschen, selbst aktiv zu werden, sich zu bewegen, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Für uns als Segelvereine bedeutet das: neue Mitglieder, neue Begeisterung, neue Perspektiven.

Deutschland hat die Chance, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für die Zukunft des Sports, für unsere Gesellschaft und für kommende Generationen.

Deshalb appelliere ich an euch: Geht zu den anstehenden Referenden und stimmt mit einem klaren „Ja“ für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland – für die Chance, unser Land zur Bühne des internationalen Spitzensports zu machen.

Eure Mona Küppers

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